Eines Tages habe ich im "Handicapped-Kurier" einen Bericht über einen deutschen Rollstuhlfahrer gelesen, der in Sri Lanka ein rollstuhlgerechtes Ferienhaus gebaut hat, und dieses auch vermietet. Ich ließ mir von Herrn Odebralski ein Video über sein Haus schicken und war total begeistert. Das Haus liegt in einem ca. 2500 mē großen tropischen Garten und verfügt über 5 große Doppelzimmer, 2 riesige Badezimmer, eine komplett eingerichtete Küche und eine Wohnhalle so groß wie ein Tanzsaal. Außerdem verläuft rund um das Haus eine sehr breite Terrasse. An die Terrasse grenzt noch ein ca. 20 mē großer Swimming-Pool an. Ich fackelte nicht lange und buchte 2 Wochen Sri Lanka.

Am 20. Februar gings los. Wir flogen von München in 9 1/2 Stunden nach Colombo. Der erste Eindruck von Sri Lanka: Palmen über Palmen - toll. Dort holte uns Bandu, der Schwager von Herrn Odebralski, pünktlich am Flughafen ab. Das Haus "Rosegarden" steht in dem Dorf Palangature bei Negombo, etwa 10 km vom Flughafen entfernt. Auf der Fahrt dorthin fiel uns vor allem die wunderschöne Landschaft, der allgegenwärtige Dreck und Abfall entlang der "Straßen" und die starke Militärpräsenz rund um den Flughafen auf.

Das Haus war genau so, wie wir es erwartet hatten. Wir waren momentan die einzigen Gäste. Im Laufe der Woche sollten noch zwei andere Ehepaare anreisen.

Weg zu unserem Haus

Der Eingang zu unserem Haus

Blick auf unseren Pool

Bougainvillea auf unserem Hausdach


Die ersten beiden Tage verbrachten wir nur mit faulenzen am Pool und am etwa 500 m entfernten Strand. Abends gingen wir immer in den umliegenden Hotels und Restaurants zum Essen. Die Küche in Sri Lanka ist meistens gut gewürzt. Vor allem Freunde von Meeresfrüchten kommen voll auf ihre Kosten. Wenn man nicht gerade Lobster (ca. 18 DM) ißt, wird man hier für 10 Mark gut satt. Um diese Jahreszeit ist es in Sri Lanka trocken (in zwei Wochen kein Tropfen Regen) und sehr heiß. Am Tag ist es zwischen 33 und 39 Grad warm. In der Nacht "kühlt" es auf etwa 25 Grad ab. Das Meer hat ca. 32 Grad - Badewanne.

Strand vor dem Goldi Sands und Royal Oceanic Hotel

Strand vor dem Blue Oceanic Hotel

Fischer am Strand

Strandfahrer

Katamaran


Am Montag fuhr uns Bandu nach Negombo. Dort besichtigten wir den buddhistischen und den Hindu-Tempel, die katholische Kirche, fuhren durch die Lagunen und schauten uns auf einem Markt um.

Buddhatempel in Negombo

Hindutempel in Negombo

Katholische Kirche in Negombo

Die Lagune von Negombo

Markt am Strand von Negombo


Am Donnerstag der ersten Woche war dann der streßigste, aber auch der interessanteste Tag unseres Urlaubs - wir fuhren mit Bandu nach Kandy, der alten ceylonesischen Königsstadt. Morgens um sechs ging es los. Als erstes besichtigten wir eine alte englische Kautschukfabrik. Danach schauten wir im Elefantenwaisenhaus bei der Fütterung der kleinen Elefanten und den älteren beim Baden zu. Zur Entspannung ließen wir uns in einem Gewürzgarten mit verschiedenen Tees und Massagen verwöhnen. Hier konnte man auch spottbillig die exotischsten Gewürze und spezielle natürliche Medikamente kaufen.

Kurz vor Kandy besichtigten wir noch eine Teeplantage mit Fabrik. Dann waren wir endlich in Kandy, wo uns Bandu zu einem Juwelier brachte. Dort bekamen wir einen Film vorgeführt, in dem gezeigt wurde, mit was für mittelalterlichen Methoden im Süden der Insel die Edelsteine, vor allem die bekannten blauen Saphire, gefördert werden. Danach besuchten wir den berühmten Zahntempel, in dem in einem goldenen Schrein der Eckzahn Buddhas aufbewahrt wird. Da dort kurz zuvor tamilische Terroristen anläßlich des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit Sri Lankas einen Bombenanschlag verübt hatten, wurde der Tempel streng bewacht. Eigentlich wollten wir jetzt noch den Botanischen Garten besuchen. Aber da es schon 16.30 Uhr war und um 17.00 Uhr geschlossen wurde, "zuckelten" wir die 160 km nach Negombo mit 60 km/h Höchstgeschwindigkeit, von der Hitze total erledigt, wieder nach Hause.

Beim Elefantenreiten

Im Elefantenwaisenhaus

Elefantenwäsche

Der Zahntempel in Kandy

Goldener Buddha im Zahntempel


Nach dieser Anstrengung waren erstmal wieder zwei Tage Erholung angesagt. Am Sonntag unternahmen wir dann mit dem Fischer Michael, einem Cousin von Bandu, eine Bootsfahrt auf dem wunderschönen Zimtkanal. Der Kanal, der während der holländischen Kolonialzeit gebaut wurde, führt von der Hauptstadt Colombo etwa 120 km Richtung Norden.

Bootsfahrt auf dem Zimtkanal

Impressionen vom Zimtkanal


Den darauffolgenden Tag verbrachten wir gemeinsam mit unseren inzwischen angereisten Mitbewohnern, Claudia und Joachim aus Koblenz und Sonja und Georg aus Belgien, im Dolphin-Hotel. Das Dolphin-Hotel verfügt über den angeblich größten Swimming-Pool Asiens (kann ich mir aber nicht vorstellen).

Gruppenbild mit unseren Mitbewohnern

Dolphin-Hotel in Kochchikade


Die letzten paar Tage war dann wieder Erholung und Baden angesagt, bevor wir am 6. März nach zwei viel zu kurzen Wochen wieder die Heimreise ins ach so kalte Germany antreten mußten.



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Copyright © 1998 Jürgen Schuhmair