Im Reisekatalog von Tamam-Reisen habe ich das "Penthouse Hotel" in Phuket/Thailand entdeckt. Es hieß, daß das Hotel für Rollstuhlfahrer geeignet sei. Kurz darauf habe ich dann 3 Wochen Phuket im "Penthouse Hotel" gebucht. Mit dem Reiseveranstalter Tamam, der inzwischen RfB (Reisen für Behinderte) heißt, hatte ich aber anscheinend keinen guten Griff gemacht. Bis wenige Wochen vor dem Abflug hatte ich keine schriftliche Reservierungsbestätigung für das Hotel. Den Flug hatte ich schon lange bei meinem örtlichen Reisebüro gebucht. Nach einigem hin und her lag dann eines Tages die Bestätigung doch noch im Briefkasten.

Am 19. Januar gings dann endlich los. Nach 14 Stunden Flug mit Zwischenlandung in Abu Dhabi kamen wir bei strömendem Regen in Phuket an. Gott sei Dank war das nur ein kurzer tropischer Schauer. Wir wurden von einem Minibus am Flughafen abgeholt und erreichten nach etwa 90-minütiger Fahrt das "Penthouse Hotel" am Rande von Patong. Dort begrüßte uns Peter Schuster, der österreichische Besitzer des Hotels. Wie wir bald feststellten ist er ein - na ja - "komischer Kauz". Unser Zimmer war sehr groß mit geräumigem Badezimmer und Klimaanlage, landestypisch eingerichtet. Ein Riesennachteil war, daß wir kein Fenster zum Öffnen, geschweige denn eine Terrasse hatten. Nur ein Fenster mit Glasbausteinen! Das Hotel besteht aus mehreren in einem sehr schönen tropischen Garten gelegenen niedrigen Häuschen, einem kleinen, gemütlichen Restaurant, einer offenen Empfangshalle und einem Swimming-Pool. Es ist vor allem bei Österreichern sehr beliebt. Das "Frühstücksbuffet" fiel immer sehr spärlich aus, was an der Sparsamkeit des Herrn Schuster lag, der dem Pächter des Restaurants pro Frühstück ganze 1,30 DM zahlte, sogar für thailändische Verhältnisse erstaunlich wenig. Zum Glück fuhr unser guter Herr Schuster nach vier Tagen mit seiner thailändischen Freundin, die wie alle Thais ein "direkter Nachfahre der Affen" ist, nach Österreich zum Skifahren und zum Wiener Opernball und kam erst kurz vor unserer Abreise wieder zurück. Komischerweise wurde der Chef von niemandem vermisst!


Restaurant im Penthouse

Pool im Penthouse


Die Insel Phuket ist wunderschön und die Thais sind bis jetzt das freundlichste Volk, das ich kennengelernt habe. Immer lächelnd und nie aufdringlich. Wenn man nicht gerade ins Zentrum von Patong fährt, wo sich Bar an Bar reiht, kann man hier einen sehr geruhsamen Urlaub verbringen. Die Strände von Phuket sind allesamt sehr sauber und das Wasser glasklar. Der Strand von Patong ist eher etwas für den sportlichen Typ. Von Jet-Ski bis Para-Sailing kann man hier alles ausprobieren, was den Adrenalinspiegel steigen läßt. In Karon und den anschließenden Buchten Kata und Kata Noi geht es dagegen gemächlicher zu. Die Restaurants auf Phuket und vor allem in Patong bieten für jeden Geschmack etwas. Von der traditionellen und sehr guten thailändischen Küche über deutsche und österreichische Restaurants bis zum Italiener und Griechen, kann man sich hier jeden Tag von einer anderen Nationalität verwöhnen lassen.


Strand von Patong

Karon, Kata und Kata-Noi Beach

Strandverkäufer

Patong bei Nacht

Beim Essen mit unseren Urlaubsbekanntschaften


Das "FantaSea" ist ein neu eröffneter Freizeitpark an der Kamala-Beach, etwa 10 Kilometer von Patong entfernt. Hier sind verschiedene nachgebaute Tempel und Pagoden zu bestaunen. Abends gibt es immer ein Riesenbuffet und eine tolle Show, in der die Geschichte von Patong und allerhand andere Vorführungen in prachtvollen Gewändern und mit einem enormen Aufwand präsentiert werden. Wirklich sehenswert. Leider (oder Gott sei Dank) ist während der Show Fotografieren verboten.

Umzug im FantaSea

Restaurant im FantaSea

Der Show-Palast

Thai-Schönheiten


Ein paar Tage später machten wir mit Hannes, dem Pächter des Restaurants im "Penthouse Hotel", einem jungen, netten Österreicher, eine Inselrundfahrt. Er fuhr mit uns zum Wat Chalong, dem größten und bekanntesten buddhistischen Tempel auf Phuket. Danach besuchten wir das Aquarium in Phuket-Town und ein Seezigeunerdorf. Die Chaole, wie sie auch genannt werden, sind hauptsächlich Fischer und leben in ihren Pfahlhütten noch wie vor hundert Jahren. Anschließend statteten wir dem Wat Siray, das hoch auf einem Berg liegt, noch einen Besuch ab. Zum Abschluß unserer Rundfahrt fuhren wir noch das Kap Promthep, die südlichste Spitze Phukets an. Hier wurde zu Ehren von König Bhumipol ein Leuchtturm errichtet.


Wat Chalong

Bougainvillea

Treppe zum Wat Siray

Liegender Buddha im Wat Siray

Blütenzauber

Kap Promthep

Geisterhäuschen vor einem Restaurant


Mit Manuel, einem Schweizer, der auf Phuket bei einem Anwalt als Dolmetscher arbeitet, und den wir kennengelernt haben, machten wir eine phantastische Bootsfahrt in die Phang-Nga-Bucht. Mit einem Pick-Up fuhren wir nach Chalong-Bay, einer Bucht auf der Ostseite der Insel. Von dort schipperten wir mit einem 200 PS-Speedboat Richtung Festland. Die Phang-Nga-Bucht zählt zu den Kulturdenkmälern der Welt. Bizarr geformte Kalkfelsen ragen als grünbewachsene Monolithen steil gen Himmel oder formen kleinere, mit dichten Mangroven bewaldete Inseln mit herrlichen Stränden. Die bekannteste unter den unzähligen Inseln ist Ko Tapu, allgemein "James Bond Island" genannt, da hier einige Szenen des Films "Der Mann mit dem goldenen Colt" gedreht wurden. Zum Mittagessen fuhren wir nach Ko Panyi, einem Fischerdorf auf Stelzen. Auf der Rückfahrt kamen wir auch an dem Hotel vorbei, das als Kulisse der Fernsehserie "Klinik unter Palmen" diente. Das war ein unvergeßlicher Tag.


James Bond Island

Phang Nga

Phang Nga

Ko Panyi

Klinik unter Palmen


Am anderen Ende von Patong, an der Straße nach Karon, befindet sich eine Snake-Farm. Zweimal am Tag findet dort eine Show statt. Alle Schlangen die man dort sieht befinden sich höchstens zwei bis drei Wochen in Gefangenschaft. Dann werden Sie wieder in Freiheit entlassen.


In der Snake-Farm

Schlangen-Show

Kleiner Elefant vor der Snake-Farm


Ein weiteres Highlight unseres Phuket-Urlaubs war der Besuch des weltbekannten Simon-Cabarets in Patong. Das Simon-Cabaret ist eine Travestieshow der Extraklasse. Hier treten ausschließlich Männer, die zu Frauen "umgebaut" wurden, in einer perfekten Tanzshow, in phantastischen Kostümen auf.

Wenn man durch die Straßen Phukets spaziert, fallen einem die allgegenwärtigen Geisterhäuschen auf. Vor sehr vielen Häusern stehen diese Mini-Tempel, die die bösen Geister von den Menschen fernhalten sollen, und erinnern den Besucher immer wieder, daß sie sich in einem buddhistischen Land befinden. Und an jeder Straßenecke steht ein etwas größerer Tempel. Außer den Buddhisten gibt es auf Phuket auch viele Moslems, die vor hunderten von Jahren vom südlichen Nachbarland Malaysia einwanderten.


Simons-Cabaret

Tempel am Strand von Patong

Patong-Beach

Tempel beim Club Andaman


Nach drei wunderschönen, aber leider wie immer viel zu kurzen, Wochen hieß es dann wieder Abschied nehmen von Phuket. Auch wenn nicht alles so verlief, wie man es sich gewünscht hätte, würde ich sofort wieder hierher fliegen. Es gibt schließlich auch noch andere Hotels auf Phuket. Als wir wohlbehalten wieder in Deutschland landeten, bekamen wir erstmal einen Kälteschock. Bei Abflug auf Phuket hatte es 35° C. Bei der Ankunft in München waren es -15° C.




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Copyright © 1999 Jürgen Schuhmair