29. September - 13. Oktober 2002



Lanzarote wurde 1987 von der Welt Tourismus Organisation zu einer der sechs weltweit zu erhaltenden Landschaften erklärt und 1994 von der UNESCO zum Biosphären Reservat ernannt. Die Älteste der Kanarischen Inseln entstand vor etwa 16 – 20 Millionen Jahren. Sie liegt etwas mehr als 100 km von der westafrikanischen Küste entfernt, auf dem gleichen Breitengrad wie die Sahara, Florida, und Dehli in Indien.

Lanzarote bedeckt ca. 800 km² (inklusive der kleinen bewohnten Insel La Graciosa und der unbewohnten Inseln Alegranza, Montaña Clara, Roque del Este y Oeste) und mißt von Nord nach Süd 62 km und an seiner breitesten Stelle nur 21 km.

Lanzarote besteht aus sieben Gemeinden: Arrecife (die Hauptstadt), Teguise, Haría, San Bartolomé, Tías, Tinajo und Yaiza. Sie alle zusammen haben fast 90.000 Einwohner, die aber hauptsächlich (35.000) in der Insel-Hauptstadt wohnen. Die Insel verdankt seinen Namen dem Genueser Seemann Lancelotto Malocello, der 1312 auf Lanzarote gelandet war. Damit ebnete er den Weg für Expeditionen nachfolgender französischer, britischer und spanischer Seeleute und Händler. Philosophen, Dichter und Historiker bezeichneten die Kanarischen Inseln als "die Inseln der Glücklichen" (Islas Afortunadas).

Woher die Kanarischen Inseln ihre heutigen Bezeichnung haben ist unbekannt. Entdecker der Inseln fanden hier hochbeinige Hunde (Canis Lat.) vor, von denen möglicherweise der Name "Canaria" stammt.

Lanzarote ist die wohl eigenwilligste der Kanarischen Inseln, fremdartig, bizarr, vegleichbar mit einer Mondlandschaft. Keine Grünflächen, kaum Bäume, viel schwarze und rotbraune Lavamasse, Felder mit unzähligen, scharfkantigen Lavabrocken. In dieser Landschaft gibt es nur wenige Orte, an denen sich der Mensch Lebensräume und Wohnorte geschaffen hat und die Natur in ständiger und harter Arbeit kultiviert.

Aufgrund der Lage von Lanzarote im Atlantik wird das Klima der Kanarischen Inseln (auch Inseln des ewigen Frühlings genannt) beherrscht durch den regelmäßigen Nordost-Passat und dem warmen Kanarenstrom. Beide Komponenten sorgen mit ihrer ausgleichenden Wirkung das ganze Jahr über für frühlingshafte Temperaturen und sehr angenehmes Klima. Auf Lanzarote herrscht das ganze Jahr über eine Durchschnittstemperatur von 20 Grad Celsius.

Neben der Möglichkeit abseits allen Trubels ein Haus im Landesinneren zu mieten, gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Unterkunft in den drei großen Urlaubsgebieten "Costa Teguise", "Playa Blanca" und "Puerto del Carmen". Hierbei ist zu bemerken, dass große Hotelkomplexe und Bettenburgen auf Lanzarote praktisch nicht vorkommen, da die Bebauungspolitik hier sehr restriktiv gehandhabt wird und solche monströsen Bauten von vornherein untersagt. Während "Playa Blanca" und "Costa Teguise" sich dem Tourie eher etwas beschaulicher präsentieren (und mir auch am besten gefallen haben, vor allem Playa Blanca) hält "Puerto del Carmen" alles bereit um dem Ibiza-verwöhnten Ballermann-Touristen den Urlaub zu versüßen - Bars, Discos, Menschenmassen ohne Ende - mich hat es bei der Durchfahrt nur geschaudert - aber alles Geschmackssache :-)


H10 Hotel Rubicon Palace

Eingang Hauptgebäude Innenhof Hauptpool
Blick nach Playa Blanca "Hausstrand" Plaza Canaria Gartenanlage


Playa Blanca

Das früher abgelegene und verschlafene kleine Fischerdorf am Südzipfel Lanzarotes mausert sich zum attraktiven Urlaubsort. Östlich des Ortes fährt man kilometerweit durch ein Straßenlabyrinth ohne Häuser. Trotz des offiziellen Baustopps ist eine rege Bautätigkeit zu beobachten. Besonders intensiv ist sie in der Nähe des Leuchtturms und rund um den Montaña Rojo. Hier entstehen viele neue Apartmentlagen.

Für die Urlaubs-Gäste ist die neue Strandpromenade das Herz des Ortes. Cafés und Restaurants reihen sich aneinander. Hier kann man stundenlang gemütlich in der Sonne oder im Schatten sitzen und den Blick aufs Meer und zur 15 km entfernten Insel Fuerteventura genießen. Vom Hafen aus verkehren mehrmals am Tag Fähren nach Fuerteventura. Die Fahrdauer beträgt rund eine halbe Stunde.

Der Playa Dorada an der Uferpromenade ist der schönste Sandstrand von Playa Blanca, hier ist es blitzsauber und die Bucht günstig nah am Ortszentrum gelegen. Dieser Strand wurde teilweise künstlich angelegt. Es gibt auch einen kleinen Strand direkt im Ort entlang der Uferpromanade zwischen Restaurants und Shops.

Strand in Playa Blanca Uferpromenade


Feuerberge / Timanfaya Nationalpark

Lanzarote wurde stark geprägt durch die großen Vulkanausbrüche des 18. Jahrhunderts. Nach der Chronik des Gemeindepfarrers Curbelo spuckte die Erde vom 1. September 1730 bis zum 16. April 1736 fast ununterbrochen Feuer aus, glühende Lava quoll aus dem Inneren der Erde heraus. Das riesige Lavameer und die über 30 größeren Krater, die während dieses enormen Ausbruches entstanden, geben ein eindrucksvolles Zeugnis für das Ausmaß und die Stärke ab. Die Lavamassen begruben den größten Teil des Südwestens der Insel unter sich. Ganze Dörfer verschwanden, einst fruchtbares Ackerland wurde von meterhoher Lavaasche bedeckt.

Erzählungen berichten, dass sich unter gewaltigem Getöse die Erde auftat und die Berge stinkende Asche und Feuersglut in den Himmel gespuckt haben. Die Sonne verdunkelte sich für lange Zeit und es regnete giftige Asche und glühende Lavabrocken. Die Kühe seien auf den Feldern tot umgefallen und die Bergziegen hätten vor Wahnsinn so lange mit den Köpfen gegen den Fels geschlagen, bis auch sie tot waren.

Die Menschen die es schaffen konnten, flohen mit Booten auf andere Inseln. 1824 registrierte man einen letzten, vergleichsweise schwachen Ausbruch. Nichts ist mehr übrig von der einst fruchtbarsten Region der Insel, wo Bauern Kühe weideten und dank des milden Klimas reiche Ernte einfuhren.

Nachdem die entsprechende Infrastruktur von der Inselverwaltung geschaffen war, wurde das Gebiet der Feuerberge (Montañas del Fuego) am 9. August 1974 wurde zum 51 km² großen Nationalpark "Parque Nacional de Timanfaya" erklärt. Die Besichtigung des Parkes ist ein absolutes Muß für jeden Lanzarote-Besucher. Hier kommt man noch mit den Urgewalten der Erde, dem Feuer aus dem Inneren hautnah in Berührung. Hier meint man, mitten in erst gestern erstarrten Gesteinsmassen zu stehen. Es scheint, auch die Zeit ist auf Lanzarote stehengeblieben und mit ihr die fließende und brüchige Lavasteinmasse. Die auf der Welt einzigartige Vulkanlandschaft gibt einem das Gefühl nicht mehr auf der Erde zu sein.

Man meint, die kochende Erde sei gerade eben ins Meer gezischt und scharfkantig, aufbäumend schwarz erloschen. Hier spürt man hautnah, wie unbedeutend der Mensch ist und welche Kraft die Natur im Inneren der Erde hat! Ja, man meint das Gefühl zu haben, als könnte jeder der Vulkane in ein paar Minuten wieder ausbrechen...

Beeindruckend sind die vielfältigen Strukturen, Formen und die je nach Sonneneinstrahlung ständig wechselnden Farben der Krater und Gesteinsformationen. Schimmernde Vulkangesteinsflächen mit bizarrem Gestein, Schlackenfragmenten und bauchigen Basaltsteinen bedecken große Lavafelder. Die Vegetation ist gering und befindet sich noch im Anfangsstadium. Sehr wichtig sind die Flechten, von denen bereits ca. 200 verschiedene Arten erfaßt wurden und die dem Gestein, auf dem sie wachsen, die unterschiedlichsten Farbschattierungen geben. Es gibt ein paar Arten kleiner Eidechsen und verschiedene Vogelarten, von denen einige innerhalb des Naturparks nisten.

Das Zentrum des Parks ist der sogenannte Islote de Hilario, ein eigenartiger Hügel. Auf dem Gipfel wurde ein Restaurant mit herrlichem Ausblick in moderner Linienführung erbaut, das sinnigerweise den Namen "Der Teufel" (El Diablo) trägt und dessen grosser Naturgrill nur mit der aus der Tiefe aufsteigenden Hitze betrieben wird. Unter diesem Hügel befindet sich eine Magmakammer, die eine intensive Hitze ausstrahlt und durch die der Park Weltberühmtheit erlangt hat.

Hier kann man noch das gesamte Spektrum der Lava sehen. Die vulkanische Hitze ist überall zu spüren. Ein Liter Wasser, in ein Loch im Boden gegossen wird zu einem kleinen Geysir. Ein kleiner Strauch in eine Felsspalte gelegt, fängt Feuer und 10 cm unter der Erdoberfläche ist es bereits rund 140 Grad heiß, in 60 cm Tiefe beträgt die Temperatur schon 400 Grad Celsius!

Direkt an der Straße von Yaiza nach Mancha Blanca liegt die bekannte Dromedarstation Echadero del los Camellos. Hier werden täglich von 9-14 Uhr Touristen auf einem festgelegten Rundkurs von rund 100 Dromedaren durch die Vulkanlandschaft geschaukelt.


Salinas de Janubio

Die größte Saline der Insel liegt im Süden, nördlich von Playa Blanca.

Noch vor wenigen Jahren wurden hier rund 10.000 Tonnen Salz pro Jahr aus Meerwasser gewonnen. Ein Großteil ging an die Fischindustrie in Arrecife; man konnte das Meersalz aber auch in großen Säcken kaufen. Inzwischen sind die unter Denkmalschutz stehenden Salinen leider so gut wie stillgelegt. Den besten Blick hat man von einer kleinen Parkmöglichkeit an der alten Zufahrtsstraße nach Playa Blanca aus. Die vielen kleinen Becken zur Verdunstung des Meerwassers und noch einige Bauten oder mehr oder weniger Ruinen sind noch deutlich zu sehen. Am langen schwarzen Strand vor den Salinen (Playa de Janubio) kann man noch sehr viele Olivinsteine in den Felsbrocken finden. Weiß schäumend bricht sich hier das Meer und man atmet kristallklare Meeresluft!

El Golfo

"El Golfo" ist der Name eines Kraters, der heute nur noch die Hälfte seiner ursprünglichen Größe mißt. Mit seiner, vom Grundwasser des Meeres gespeisten grünen Lagune (Lago Verde), deren Färbung durch Algen erzeugt wird, und im verblüffendem Kontrast zum schwarzen Strand steht.

Der salzhaltige halbmondförmige See wird durch einsickerndes Meerwasser vor dem Austrocknen bewahrt. Vor dem blauschwarzen sehr feinen Sandstrand stehen einige bizarre Feldklumpen, an denen abzulesen ist, wie sehr die schweren Wellen des Atlantiks, die gegen die Barrieren anrennen, im Laufe der Jahrhunderte, den Stein ausgewaschen haben. Bei Sturm- oder Springfluten wird das Gelände komplett überflutet.

Los Hervideros

Auf dem Weg nach El Golfo, etwa auf halber Strecke zwischen den Salinen und der Lagune, findet man die Los Hervideros, ein an der Steilküste liegendes Höhlensystem mit beeindruckenden Wasserbewegungen. Ein Schauspiel sondergleichen! Man fühlt sich hier auf sehr eigentümliche Weise dem Meer besonders nahe. An keiner anderen Stelle der Insel, lässt einen das Getöse der Brandung die Kraft des Meeres so intensiv spüren. Die tobende Wellen haben im Laufe der Zeit dieses Stückchen Felsküste langsam unterhöhlt. Hier findet man mit etwas Glück noch die berühmten Halbedelsteine der Insel - die Olivin-Steine. Bei Vulkanausbrüchen wurde dieser Halbedelstein mit der Lava nach oben befördert. Der Name Hervideros heißt Kochlöcher und spielt auf die Spalten und Schlunde in den Felsen an, durch die das Wasser schäumend in die Höhle gepreßt wird.

Salinas de Janubio Kratersee El Golfo Los Hervideros


César Manrique

Die Insel im heutigen Erscheinungsbild ist stark vom Einfluß und Wirken César Manrique's geprägt, der herausragendsten Künstlerpersönlichkeit der Kanaren. Die Lanzaroteños sagen, er habe Lanzarote gemacht.

Er war Maler und Bildhauer, Siedlungsplaner, Landschaftsgestalter und betätigte sich als Architekt und Bauberater. Manrique wollte die Insel zum Gesamtkunstwerk werden lassen und war damit vieleicht der ungewollte Vater des heutigen Massentourismus.

Manrique wurde am 24. April 1919 in Arrecife geboren und verbrachte dort seine Schul- und Jugendzeit. Mit 23 Jahren begann er das erste Mal Bilder auszustellen. Nach einem abgebrochenen Architekturstudium zieht es ihn 1945 nach Madrid, wo er die abstrakte Malerei für sich entdeckt und sein Studium beendet. In den 60er Jahren stellt er in Paris und San Francisco aus, und arbeitet mit vielen internationalen Künstlern wie u.a. Andy Warhol zusammen. 1968 kehrt er nach Lanzarote zurück.

Auf Lanzarote setzt sich Manrique für den Umweltschutz ein. Er ist der Meinung, dass der aufkommende Tourismus und die Erhaltung der Einzigartigkeit der ökologischen Grundsätze der Insel Lanzarote keinesfalls unvereinbar seien. Er wollte die Tradition bewahren und eine humane, landschaftsbezogene Architektur verwirklichen. Mit einigen gleichgesinnten Mitstreitern gelang es ihm auch, der Insel so umweltschonend wie möglich zu einer wirtschaftlichen Entwicklung durch den Tourismus zu verhelfen. Zahlreiche Bauten, Denkmäler und Sehenswürdigkeiten tragen seine Handschrift (z.B. El Campesino, Mirador del Rio, Los Jameos del Aqua, Fundación César Manrique, Jardin de Cactus, Restaurante El Diablo, Museum Castillo San José, der alte Flughafen in Arrecife und viele mehr). Er konnte ein generelles Verbot von Reklamewänden durchsetzen und unterstützte die traditionelle kubische Bauform mit weißgekalkten Wänden und grün- oder blaugestrichenen Türen und Fenstern.

Er war beteiligt an den Bebauungsplänen größerer Hotelanlagen, die nach seinem Geschmack passend in die Landschaft eingefügt werden müssen. Er unterstützte einen Baustopp für bestimmte Landstriche der Insel, und es ist ihm zu verdanken, dass es bis heute auf Lanzarote keine hochgeschossigen Hotelanlagen gibt.

César Manrique kam am 25. September 1992 bei Arrecife durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben. Er wurde 73 Jahre alt. Er hinterließ eine Insel, die als Beispiel von Harmonie zwischen Mensch und Natur dient.

Manriques Einsatz, die Umwelt Lanzarotes in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten, und das im Einklang mit dem touristischen Ansturm, wirkt bis heute über 10 Jahre nach seinem Tode. Allerdings machen sich auch immer wieder Bestrebungen einiger besonders geschäftstüchtiger Leute breit, die sich über die einmal getroffenen Abmachungen zwischen Manrique, seiner Freunde und der Inselregierung hinwegsetzen wollen. Man kann nur hoffen, dass diese Leute keinen Erfolg haben, denn dann würde die Insel viel von ihrer Natürlichkeit einbüßen.




Fundacion César Manrique

In Taro de Tahiche befindet sich die von César Manrique und einer Gruppe von Freunden 1982 gegründete und im März 1992 offiziell eingeweihte Stiftung "Fundación César Manrique". Bei der Fundación César Manrique handelt es sich um eine private kulturelle Stiftung, die sich finanziell selbst trägt, keinen Erwerbszweck verfolgt und aus dem Auftrag der Förderung und Verbreitung der künstlerischen Tätigkeit und ihrem natürlichen und kulturellen Umfeld entstand.

Die Stiftung ist heute in dem 1968 erbauten und bis 1987 von César Manrique selbst bewohnten, beeindruckenden Haus des Künstlers und den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden und Garagen untergebracht. Der gesamte Gebäudekomplex ist von César Manrique selbst umgestaltet worden, um ihn an seine neue Funktion eines Museums mit der einhergehenden Infrastruktur anzupassen.

Das Haus steht auf einem Grundstück von 30.000 m², das sich über einen Lavastrom erstreckt, der auf die Vulkanausbrüche von 1730 bis 1736 zurückgeht. Das Gebäude ist über fünf natürlichen vulkanischen Blasen errichtet worden und besteht aus zwei Stockwerken. Die Wohnfläche beträgt insgesamt 1.800 m². Hinzu kommen 1.200 m² Terrassen und Gartenanlagen.

Vor dem Eingang zum Museum befinden sich zwei Skulpturen von César Manrique, die Windspiele "La energia de la pirámide" (die Energie der Pyramide) und "El Triunfador" unter freiem Himmel. Unmittelbar nach dem Eintritt in das Wohnhaus stößt man auf einen kleinen Innenhof, in dem die obere Öffnung von zwei Blasen erkennbar ist. Die vorgefundenen Knochen und Gegenstände sind als Dekoration in den kleinen Raum integriert worden und stellen ein künstlerisches Motiv dar.

Im ehemaligen Salon befindet sich eine große Kunstsammlung mit Werken berühmter Künstler wie Chirino, Cuixart, Guerrero, Gerardo Delgado, Pedro González und vielen anderen. Im weiteren Verlauf sind auch Werke von Künstlern wie Picasso, Miró, Chillida und anderen zu bewundern. Die folgenden Räume sind durch eine Höhle verbunden, wo man den genauen Verlauf der Lava, die ja das Fundament das Hauses bildet, erkennen kann. Im ehemaligen Schlafzimmer darf man die Werke des großen Meisters Manrique selbst bestaunen: Skizzen, Aufzeichnungen, Plastiken, Skulpturen, Keramiken, Wandbemalung und vieles mehr.

Von diesem Raum aus gelangt man über eine eindrucksvolle Basalttreppe in das untere Stockwerk, wo man die fünf natürlichen vulkanischen Blasen vorfindet, die von César Manrique über Gänge durch den Lavastrom miteinander verbunden wurden. Von der Brunnenblase gelangt man in die weiße Blase , und von dort in die rote Blase.

Von hier aus kommt man zum Schwimmbecken vulkanischen Ursprungs, das man zu Anfang des Besuchs von oben sehen kann. Der Durchgang führt weiter durch die schwarze Blase, die von vier soliden Eckpfeilern abgestützt wird, und schließlich zur gelben Blase und von dort zum ehemaligen Atelier des Künstlers, in dem heute eine ständige Sammlung seiner Bilder ausgestellt wird .

Nach Besichtigung der Höhlen und einem Blick auf das eindrucksvolle Fenster mit Ausblick auf eine Lavazunge, gelangt man in den Garten, wo ein großes Wandgemälde des Künstlers aus dem Jahr 1992 besichtigt werden kann. Für den Umriss ist vulkanisches Gestein und für die Innenflächen sind Fliesen eingesetzt worden.

Es ist ein beeindruckendes Gebäude, das die Phantasie und die architektonische sowie künstlerische Begabung César Manriques verdeutlicht. C.M. hat hier eine harmonische Synthese zwischen moderner Gestaltung in der Architektur Lanzarotes und im ungewöhnlichen Zusammenspiel zwischen Haus und Natur in einzigartiger Form geschaffen.


Monumento al Campesino

Dieses Denkmal zu Ehren der lanzarotenischen Bauern hat eigentlich den langen Namen "Monumento Fecundidad Al Campesino Lanzaroteño" (Denkmal der Fruchtbarkeit für den lanzarotenischen Bauern). Die 15 Meter hohe Skulptur wurde aus ehemaligen Wassertanks alter Fischerboote gebaut. Daneben liegt das renovierte Anwesen mit großem Restaurant, welches im hinteren Teil unterirdisch in eine Grotte gebaut wurde. Dieses außergewöhnliche Denkmal liegt im Mittelpunkt der Insel in der Nähe von Teguise am Anfang der Weinstraße La Geria. Das Monumento al Campesino wurde 1968 von dem Inselkünstler César Manrique entworfen.

La Geria

La Geria, im südlichen Teil der Insel gelegen, ist das Weinanbaugebiet auf Lanzarote. Hier ist das Autofahren ein aufregendes Erlebnis: einmal wegen der schmalen und kurvigen Straße, die rechts und links direkt von Lavafelsen und Weinfeldern gesäumt ist und zweitens wegen der einzigartigen Landschaftseindrücke. Hier wachsen die guten Weine von Lanzarote. Es werden bis zu 3m breite Krater gegraben, ein Weinstock gepflanzt und mit Vulkanasche bedeckt. Die Vulkanasche speichert die Feuchtigkeit bzw. den Tau und führt sie den Pflanzen zu. Eine kleine halbkreisförmige Mauer aus Steinen verhindert, dass der Passatwind den Krater zuweht. Die so entstandene Landschaft ist äußerst reizvoll und wohl einmalig in der Welt. Der Kontrast aus der dunklen Vulkanasche und den grünen Reben würdigte auch das Museum Of Modern Art in New York mit einer eigenen Ausstellung über diese Art der Anbaumethode - Enarenado genannt.

Blaue Ruine

In Arrieta an der Ostküste gibt es eines der wenigen bunten Häuser, die sogenannte "Blaue Ruine". Das auffallende Bauwerk ist eine dreistöckige, rotblaue Villa (Casa Juanita) direkt am Meer neben der Hafenmole. Man erzählt, der frühere Besitzer hätte den Bau verflucht, nachdem ihm seine Frau weggelaufen sei. Wahrscheinlicher aber ist die Geschichte, dass ein nach Argentinien ausgewanderter und dort zu Geld gekommener Lanzaroteño das Haus für seine lungenkranke Tochter geschaffen hat, die aber in jungen Jahren starb. Nachdem das Haus Jahrzehnte leer war, befand sich seit dem Sommer 1995 das Afrikanische Museum (Museo de Africa) in dem mittlerweile renovierten Gebäude. Seit Ende 1997 ist es schon wieder - vermutlich wegen zu geringer Besucherzahl - geschlossen.

Monumento del Campesino La Geria Blaue Ruine


Teguise

Teguise, bis 1852 die Hauptstadt von Lanzarote, ist eines der wichtigsten Kultur- und Touristenzentren der Insel geworden. Die Straßen von Teguise mit seinen Palästen, Klöstern und Plätzen bewahren dieses unverwechselbare Flair vergangener Jahrhunderte und erzählen Eintausendundeine Geschichten. Scharmützel zwischen Mauren und Christen und Plünderungsangriffe wilder Piraten sind unter anderem markante historische Ereignisse dieses wundervollen Ortes. Sonntags wird die gemütliche Stadt zu einem riesen Markt umgebaut und auf den Feldern rund um Teguise wachsen Autos wie einst Zwiebeln aus dem Boden. Die eigentliche Schönheit der Stadt geht bei dem Andrang unter.

Castillo de Guanapay

Die Burg Santa Bárbara, heute ein Museum, überblickt auf der Spitze des 450 m hohen Vulkankegels Guanapay die alte Hauptstadt Teguise. Sie wurde im 15. Jahrhundert von Sancho de Herrera als Wachturm vor Piratenüberfällen beider Küstenstriche erbaut. Nach der Zerstörung durch Piraten im Jahr 1588 baute Leonardo Torriani, ein italienischer Ingenieur im Dienste König Felipe II, die Burg zu einer Festung aus, indem er Gucklöcher, Panzertürme, Schießscharten und einen Burggraben hinzufügte.

Haria

Haria ist ein kleiner, wirklich noch verschlafener Ort im Norden von Lanzarote. Wenn man über die Pass-Strasse auf den Bergen fährt, kommt man über schmale Serpentinen mit wirklich abenteuerlichen Kurven und Felsdurchbrüchen hinunter in das "Tal der tausend Palmen" - nach Haria. Die Aussage mit den 1000 Palmen sollte man nicht zu wörtlich nehmen, eine Geschichte sagt aus, dass für jedes Mädchen welches geboren wurde, eine neue Palme wuchs.

Haria liegt eingebettet zwischen den Bergen des Nordens von Lanzarote. Im Ort selbst gibt es nicht viel zu sehen, ausser ein paar kleinen verträumten Restaurants und Tapas-Bars und engen, verschachtelten Strassen. Hier ist kein Tourismus zu finden und auch kein grossartiges Leben: ein Dorf, das noch ziemlich verträumt und unberührt abseits des Trubels liegt - dafür umgeben und durchwachsen von vielen hohen Palmen. In Haria liegt auch César Manrique begraben.

Teguise Castillo de Guanapay Haria


Mirador del Rio

Am nördlichsten Punkt der Insel befindet sich der Aussichtspunkt "Mirador del Rio", ein ebenfalls von César Manrique angelegtes Bauwerk. Auf eine bestehende Klippe gebaut und ringsum mit Fels wieder versiegelt, scheint es, das Bauwerk wäre direkt in den Fels gehauen. Innendrin im Erdgeschoß ein großer Aussichtsraum, dessen eine Front komplett aus Glas ist und auch ein Café beherbergt und im Obergeschoß ein Souveniergeschäft. Die Inneneinrichtung ist im typischem Stile César Manriques gehalten, mit weiß getünchten Wänden, sanften, runden Übergängen zwischen Boden, Wänden und Decken. Nach außen hin sind sehr schöne Plattformen angelegt, von denen man einen wunderbaren Blick auf die Steilküste und die benachbarte Insel "La Graciosa" hat. Dieser Blick ist zweifellos einer der schönsten, den man auf den Kanaren erleben kann.

La Graciosa Mirador del Rio


Jameos del Agua

Die größte vor rund 3000 Jahren entstandene Lavagrotte Lanzarotes (eine der Hauptattraktionen) liegt zwischen Haria und Teguise und ist täglich geöffnet. Sie wurde 1968 von César Manrique gestaltet, nachdem sie bis dahin als Müllkippe genutzt wurde. Man sollte Ruhe, Ausgeglichenheit und Muße mitbringen um die einmalige Atmosphäre im Inneren des Tunnels zu spüren.

Beim Abstieg in die Grotte über eine enge, holprige Treppe mit Lavastufen setzen große Farne, Gummibäume und Kakteen grüne Akzente. Zwitschernde Vögel nisten überall im Gewölbe. Als erstes trifft man auf das Restaurant wo man wie auf einer Terrasse sitzt und den geheimnisvoll dunkel schimmernden Höhlensee betrachten kann. Ein Loch in der Decke über dem See lässt Sonnenstrahlen in das Halbdunkel fallen.

Ein genauer Blick auf den See lohnt sich. Hunderte von kleinen weißen nur circa 3 cm großen Krebsen leben hier im Dämmerlicht. Dieser "Langostino Blanco" ist für Biologen besonders interessant. Es sind extrem lichtempfindliche und fast blinde Albinokrebse, die normalerweise nur in Wassertiefen von mehr als 1000 Metern leben und sich jetzt an die Lebensbedingungen in dieser Höhle angepaßt haben. Sie ernähren sich vom Algenwuchs. Bitte beachten Sie die Hinweisschilder und werfen Sie keine Münzen in den See. Die Metallkorrosion hat vor einigen Jahren fast zum Aussterben dieser seltenen Tierart geführt!

Auf einem schmalen Pfad (an dieser schönen Stelle herrscht oft starkes Gedränge) läuft man zur anderen Tunnelöffnung mit einer Tanzfläche (hier finden auch Abendveranstaltungen statt) und Sitzgelegenheiten. Lassen Sie die Stimmung von Tunnel und See auf sich wirken!

Über Stufen kommt man wieder an das Tageslicht und steht mitten in einer tropischen Pflanzenwelt. Ein elegant geschwungener, schneeweißer Pool mit türkisfarbenem Wasser setzt Akzente und die weiß gekalkten Wege und Stufen wirken wie frischer Schnee. Am hinteren Ende des Pools liegt der Eingang zum berühmten Konzertsaal, der rund 700 Personen Platz bietet.

Über eine Wendeltreppe kann man zur Galerie und zu einer Bar hinaufsteigen, die zum Verweilen einlädt. Hier sind auch Ausstellungen untergebracht und in der Casa de los Volcanes kann man die Beobachtungsstation zur vulkanischen Tätigkeit besichtigen.

El Jable

Dieser Landstrich im Norden der Insel zwischen La Caleta de Famara, Guatiza und dem Timanfaya-Nationalpark erstreckt sich 5 bis 8 km weit ins Inselinnere. Er bekam seinen Namen vom französischen Wort "sable" (Sand). Der angewehte Sand besteht aus Muscheln und Kalkgranulat, ist also nicht vom Meer herübergeweht worden. Dieser Sand hat die Eigenschaft, die Verdunstung des Wassers zu verlangsamen und erfordert daher nur die halbe Feuchtigkeit um Melonen, Kürbisse, Tomaten und Kartoffeln anbauen zu können. Der Anbau erscheint etwas seltsam: Man bohrt Löcher in den Sand, füllt sie mit Dünger und Samen und bedeckt diese wieder mit Sand. Zum Schutz gegen Verwehungen legen die Bauern teilweise hohe Strohballen an den Rand der Äcker.

Jameos del Agua El Jable


Jardin de Cactus

In einem früheren Steinbruch am Ortsrand von Guatiza angelegter Kakteengarten. Die von César Manrique angeregte und mit Lavasteinen ummauerte Anlage wurde erst 1989 eröffnet (es war das letzte touristische Werk César Manriques) und beeindruckt durch Form und Artenvielfalt von Kakteenarten aus aller Welt. Auf rund 5000 Quadratmetern finden sich circa 10.000 Pflanzen aus mehr als 1.400 Arten. Eine alte Gofiomühle am Rande des Parks (oberhalb des Restaurants) kann besichtigt werden. Vom Balkon der Mühle aus hat man einen schönen Rundblick.







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